Satower Land e.V.
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Dorfkirche mit Friedhof und Glockenstuhl in Berendshagen
Bis 1618 war das Dorf Sitz der Familie von Bibow. Damals befand sich hier eine Wasserburg. Reste des alten Wassergrabens, der den Rittersitz einst umgab, existieren heute noch. Sie stand dort, wo sich jetzt das Gutshaus befindet. Einer der letzten von Bibows hat sich in dem Beichtstuhl neben dem Altar verewigt: "min egen hant 1586".

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Kirche WestansichtSeparater Glockenstuhl mit Glocke von 1893Altar mit Gnadenstuhl-MotivKanzel von 1702BeichtstuhlBeichtstuhl mit Inschrift


Die Kirche aus dem 15. Jahrhundert wurde auf einem Felsenfundament und mit großen Backsteinziegeln errichtet. Einfache Strebepfeiler stützen die Außenmauern. Runde, starke, mit Kalk überputzte Säulen auf quadratischer Ziegelbasis trennen Mittelschiff und Seitenschiffe voneinander und tragen auf gotischen Schildbögen die Obermauern des Mittelschiffs.
Der jetzt nur noch im Fundament existierende Turm im Westen war ein einfacher Holzbau mit einer Barocklaterne, die als Spitze ausläuft. Er musste im Jahre 1974 abgerissen werden. Die Glocke (gegossen 1893) hängt in einem separaten Glockenstuhl auf dem Friedhofsgelände. Dort findet sich auch die im Jahr 1842 von Conrad Baron von Stengelin erbaute Grabkapelle.
Im Innern der Kirche befindet sich unter dem Fußboden eine ausgemauerte Gruft mit alten Wandmalereien aus dem Jahre 1667.

Wegen starker Bauschäden konnte das Kirchengebäude jahrzehntelang nicht genutzt werden. Erst die Fernsehdokumentation "Dorfkirchen in Not" machte es möglich, dass 1997 mit Instandsetzungsarbeiten begonnen werden konnte. Viele Spender aus dem In- und Ausland gaben beachtliche Summen, mit denen das marode Mauerwerk saniert, der Dachstuhl grundlegend erneuert und das Dach neu eingedeckt werden konnte. Eine helle Holzdecke ziert jetzt das Innere der Kirche. Neu ist ebenfalls der Fußboden aus gebrannten roten Ziegeln.


Detail in der KanzelBlick in den ChorraumSchnitzereien an der EmporeGlocke in einem separaten Glockenstuhl auf dem KirchenhofGlocke gegossen 1893Glockenstuhl


Nach dem Aufbau eines separaten Glockenstuhls auf dem Friedhofsgelände kehrte auch die Glocke (gegossen 1893) zur Kirche zurück.
Fenster und Emporen wurden instand gesetzt und im Jahr 2001 wurde der restaurierte Altar wieder aufgestellt. Er war im Jahr 1668 von der Familie von Meerheimb aus Gnemern gestiftet worden. Im Mittelfeld des Altars findet sich das Gnadenstuhl-Motiv: Gottvater mit dem toten Christus im Schoß, über beiden die Haube als Symbol des Heiligen Geistes. Darunter das Bild von der Einsetzung des Heiligen Abendmahls, auf den Seitenflügeln eine Darstellung von Marterwerkzeugen verschiedenster Art und über allen das Bild des auferstandenen Christus sowie ein Kruzifixus.
Auch die Kanzel von 1702 - ebenfalls eine Stiftung der Familie von Meerheimb - kehrte in neuem Glanz wieder auf ihren Platz zurück.
Die gleiche Familie hat auch die Kirche 1702 ausmalen lassen, wie im Medaillon an der Ostwand des Kirchenschiffes zu lesen ist. An den Wänden von Kirchenschiff und Altarraum finden sich Reste dieser Barock-Ausmalung, auch Spuren von figürlichen Darstellungen wurden entdeckt. Der Zustand ist jedoch unbefriedigend.
Vieles wurde geschafft, manches bleibt noch zu tun, z.B. die Beleuchtung der Kirche. Doch vor allem bleibt der Dank für das "Wunder von Berendshagen".


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